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Dinge, die dir vor der Selbstständigkeit niemand sagt Teil 2

Wissen ist Macht, wie wir bereits im ersten Teil dieses Berichts erfahren haben. Es macht viel Sinn, sich vorher schlau zu machen, als sich am Ende doppelt und dreifach zu ärgern. Grundsätzlich gilt diese Philosophie für alle Lebensbereiche, vor allem für den Weg in die abgesicherte Selbstständigkeit. Aber was ist nötig, um diesen einzuschlagen und wie bereitet man sich wirklich gut auf das eigene Business vor?

Themen deren Unwissenheit bares Geld kosten

Es ist noch kein Chef vom Himmel gefallen, so viel ist ja wohl klar. Kaum jemand weiß alles bis ins Detail, wobei es ein paar relevante Aspekte verschiedener Bereiche gibt, über die man unbedingt Bescheid wissen sollte. Vorher! Nicht erst, wenn das Kind im Brunnen liegt. Die Liste der möglichen Fehler bzw. negativen Entscheidungen kann lang werden und ist hier und da auch Branchen-abhängig verschieden. Beispielsweise muss ein selbständiger Apotheker andere Dinge bedenken, als ein Handwerker. Die Risiken und Nebenwirkungen weichen also je nach Berufsgruppe deutlich ab, wobei es gewisse Dinge gibt, die für alle Gründer wichtig sind.

Die TOP 5 – Unternehmensgründung und die häufigsten Fehler

  1. Unzureichende Auseinandersetzung mit Markt & Wettbewerb

Tatsächlich gehört dieser Punkt noch immer zu den häufigsten Fallstricken und sollte daher von Anfang an nicht unterschätzt werden. Fragen Sie sich unbedingt: “Was mache ich und wer macht es auch?“. Zum einen sollten Sie Ihre direkten Konkurrenten aus der nahen Umgebung kennen, zum anderen alle anderen, die für Ihre Zielgruppe relevant sein könnte. Es gibt verschiedene Methoden, um den Markt unter die Lupe zu nehmen:

https://www.business-wissen.de/hb/methoden-der-marktanalyse/

Sie profitieren von einem höheren Sicherheitsgefühl, mehr Durchblick und können Produkte und Dienstleistungen der Wettbewerber selbst untersuchen, austesten und einschätzen. Bench-Marketing wäre hier als nächster Punkt zu nennen.

  1. Unter Wert verkauft es sich schlecht

Der „billig ist geil“ Lifestyle dieser Zeit sollte nicht 1 zu 1 übernommen werden, davon werden Sie sicherlich nicht reich. Egal ob Sie handwerkliche Dienste anbieten, selbstgebasteltes verkaufen oder sich als Steuerhelfer anbieten. Sie müssen Ihren Preis finden und dazu stehen. Oftmals gerät man als frischer Gründer in Existenzangst, die einem die Hirnzellen einfriert. Hauptsache man hat Aufträge, denkt man sich dann. Zu Beginn ist man förmlich dankbar, dass jemand überhaupt etwas von einem will. Dabei gehen wir einmal davon aus, dass Sie Qualität zu bieten haben und Ihnen eine adäquate Entlohnung zusteht. Problematisch ist vor allem, dass man später nicht einfach mal draufschlagen kann. Das heißt dieser Fehler rächt sich zu 100 Prozent und kann den Ruin bedeuten. Wenn Sie zum Kundengewinn die erste Zeit nur 15 Euro die Stunde genommen haben oder ihre selbst entworfenen Schmuckteile für wenige Euro verkauft haben, können Sie schlecht die Preise im Nachhinein anziehen. Ein bisschen geht natürlich, allerdings werden Sie kaum auf den eigentlich notwendigen Lohn kommen, um vielleicht Überschüsse zu erzielen. Das heißt, man bleibt wahrscheinlich immer klein und unbedeutend und wird sicherlich nicht reich.

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  1. Mangelhafte Information über die Absicherung während der Selbstständigkeit

Dieser Punkt ist leider oft mit Geldeinbußen verbunden und kann auf ganz unterschiedliche Art wirklich teuer werden. Beispielsweise kann es sich hier um eine notwendige Berufshaftpflicht drehen, die Sie eher zu früh als zu spät abschließen sollten. Freiberufliche Therapeuten, Pflegefachkräfte, Hebammen und Ärzte müssen sich sehr stark absichern, da die Risiken vielfältiger Natur sind. Selbst Handwerker vom Fliesenleger bis zum Maurer benötigen ein gewisses Maß an Sicherheit, wenn einmal etwas schiefgeht. Somit wären wir gleich beim Thema Rechtsberatung, weshalb eine spezielle berufliche Rechtsschutzversicherung anzuraten ist. Ihre bisherigen privaten Absicherungen decken Ihre neuen berufsbezogenen Risiken NICHT ab. Es wäre schlimm und schade, wenn Sie ein einziger Fehler in die Geschäftsaufgabe treiben würde.

  1. Finanzamt? Wusste ich nicht….

Man möchte es am liebsten ignorieren, sollte aber nicht einmal daran denken. Diesen Punkt müssen Gründer in jedem Fall zuvor bedenken, um später nicht an den Fehlern zu Grunde zu gehen. Fakt ist, alle sind in einer gewissen Höhe steuerpflichtig und müssen dazu ihr Business belegen.  Sich dort anzumelden, um eine gesonderte Steuernummer zu erhalten ist eine Sache. Noch wichtiger ist es, die Abgaben vorausschauend einzuplanen. Sie sollten Rücklagen schaffen, um nicht am Jahresende eine böse Überraschung zu erleben. Nachzahlung!

  1. Gründungszuschüsse und sonstige Fördergelder für Selbstständigkeit

Angehende Selbstständige können unter diversen Voraussetzungen aus ganz verschiedenen Honigtöpfen eine Förderung erhalten. In der Regel ist die Prämisse, dass der Antrag auf Fördergelder vor der Gründung gestellt werden muss. Dies gilt vor allem für alle möglichen Zuschüsse der öffentlichen Ämter, beispielsweise der Agentur für Arbeit. Sie würden sich sehr ärgern, wenn Sie im Nachhinein über diese Informationen stolpern und damit ggf. vielen tausend Euro nachweinen dürften. Wenn Sie also aus Hartz 4 oder ALGII heraus gründen möchten, müssen Sie Ihren Sachbearbeiter unbedingt vorher zum Prozedere befragen und Ihre Ideen äußern. Schrecken Sie nicht davor zurück, selbst Ihre Rechte herauszufinden. Nicht jeder Sachbearbeiter ist engagiert bei der Sache, wie die Erfahrung oft zeigte. Generell unterscheidet man zwischen Geldern die nicht zurückgezahlt werden müssen, Mikrokredite und Co, sowie der Finanzierung von Beratungsleistungen. Beispielsweise kann man an diversen Gründungsseminaren teilnehmen, was vor allem vorher Sinn macht. Solche Angebote sollten Sie sich nicht entgehen lassen, besonders, wenn Sie von Gründung, Steuern, Buchhaltung und Co keine Ahnung haben.

Unternehmensgründung 1×1 – relevante Themen

Zugegeben, alle Details sind in ein paar Blog-Zeilen nicht wiederzugeben. Daher weise ich gerne auf weiterführende Quellen hin:

https://www.fuer-gruender.de/beratung/links-und-adressen/

http://www.gruenderprofis.de/grunderl.html

http://www.existenzgruender.de/DE/Gruendung-vorbereiten/Finanzierung/Foerderprogramme/inhalt.html

Selbstverständlich darf man auch während der Gründungsphase und in der Arbeitsphase danach dazu lernen. Hier gilt nach wie vor „Man lernt nie aus“. Das geht jedem so, vor allem, wenn man überwiegend für alles selbst verantwortlich ist.

  • Ideenphase & Konzeption – was will ich und wie soll die Selbstständigkeit laufen?
  • Check Fördergeld & Finanzierung
  • Unternehmensform wählen – bin ich Einzelunternehmer oder machen wir eine GmbH?
  • Beim zuständigen Finanzamt anmelden, ggf. Gewerbeschein abholen
  • Eröffnung eines Geschäftskontos nicht vergessen – macht Sinn
  • Steuerberatung anheuern – selbst erledigen oder auslagern?
  • Versicherungen vergleichen und abschließen – Berufshaftpflicht?
  • Beitreten Branchenverband – Handwerkskammern und sonstige Interessenvertretung
  • Marketing Maßnahmen einleiten
  • Arbeiten – Arbeiten – Arbeiten

Fazit

Es gehört maßgeblich zur Vorbereitung einer Existenzgründung, dass man wild durch das Netz surft und sich quer Beet informiert. Dadurch erhält man nicht nur interessante Anreize, sondern bereitet sich gleichermaßen seelisch auf den Sprung in die Selbstständigkeit vor. Fehler werden Ihnen immer unterlaufen. Achten Sie nur von Beginn an darauf, die genannten TOP 5 nicht zu ignorieren. Für weitere Fragen, Anmerkungen, einen Austausch oder gar ein professionelles Coaching dürfen Sie mich jederzeit kontaktieren. In jedem Fall wünsche ich viel Erfolg!

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