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Gewerbeschein

Dinge, die dir niemand sagt, bevor Du Dich selbstständig machst!

Selbstständig sein – mehr als nur ein Gewerbeschein!

Du hast den Entschluss gefasst, machst Dich selbstständig.

WOW! Endlich tun und lassen was man will, Arbeiten wann und wo man möchte. Geld verdienen mit dem was vielleicht früher nur ein Hobby war oder den Beruf als Angestellter in ein eigenes Unternehmen verwandeln.

Für viele Menschen ein echter Traum. Unabhängiges Arbeiten, idealerweise das Büro zu Hause haben, Familie und Beruf unter einem Dach.

Für andere Menschen ist eine Selbstständigkeit überhaupt nicht vorstellbar. Wie soll ich das organisieren? Dann bin ich ja „selbst und ständig“ am Arbeiten! Büroarbeit und praktische Durchführung, Verwaltung, Steuern, Versicherungen… Das kann ich nicht!

In Deutschland gibt es ein gewisses Gleichgewicht zwischen Neugründungen und Gewerbeabmeldungen. Dieses Gleichgewicht schwankt je nach Wirtschaftslage und politischen Mehrheiten ein wenig, aber nicht dramatisch.

Gründe für das Scheitern gibt es viele. Falsches Geschäftsmodell, Gewinnmargen falsch berechnet, Branche mit zu viel Konkurrenz. Preiskampf. Der Versuch mit niedrigen Preisen schnell in den Markt zu kommen. Falsches Timing. Ungeduld. Blauäugigkeit. Falsche Versprechungen von Menschen die es (angeblich) geschafft haben.

Niemand sagt dir vorher was dich erwartet. Niemand bereitet Dich gut vor, es sei denn Du tust es selbst.

Du allein kannst dich zum Erfolg führen. Indem Du Dich vorher informierst. Erfahrungen von Leuten annimmst, die wirklich durch den Sumpf gegangen sind. Die dir mit offenem Herzen ihre Erfahrung zur Verfügung stellen möchten, dir helfen möchten es gleich RICHTIG zu machen.

Das ist die Absicht dieses Artikels!

Selbstständigkeit

Zunächst sieht alles ganz einfach aus. Du hast eine Geschäftsidee, holst Dir einen Gewerbeschein für knapp 30 € vom Amt und kannst loslegen.

Was aber kommt dann alles auf dich zu? Vor allem viele Fragezeichen. Mal angefangen mit der Frage: Vollzeit oder nebenberuflich? Diese kannst nur Du selbst beantworten denn es geht vor allem um deine Finanzen. Kannst Du Dich ein Jahr lang ohne Dein eigenes Einkommen über Wasser halten?

Investitionen kommen auf Dich zu. Bei manchen sind es nur einige hundert Euro für eine Erweiterung der Büro-Ausstattung, bei anderen sind es tausende Euro um sich das notwendige Equipment zuzulegen.

Eine Liste zu machen ist unabdingbar. Schreibe Dir vor dem Schritt in die Selbstständigkeit genau auf, was Du an Ausrüstung benötigst. Schreibe dir auf, wie du deinen Arbeitstag gestalten möchtest. Schreibe dir auf, wie du deine Freizeit gestalten willst. Erkundige Dich über das, was auf Dich zu kommt. Fachlich magst Du ja ein Ass sein in dem was Du vorhast, aber zunächst stehst Du vor einem Berg an Verwaltung. Das sagt dir niemand vorher, es sei denn du fragst gezielt danach.

Die Agentur für Arbeit ist da durchaus ein Ansprechpartner, auch wenn viele Leute denken das sei nur für Bedürftige und Arbeitslose. Im Gegenteil! Die Agentur ist sehr bestrebt Selbstständigkeit zu fördern. Es gibt dort Tipps und Beratung auf dem Weg zur eigenen Firma.

Fördergelder, Gründerzuschüsse, Seminare zur Gründung sind nur einige Leistungen die dort erbracht werden. Ich habe seinerzeit viele Fehler gemacht. Habe mein Gewerbe angemeldet bevor ich mit dem Amt gesprochen habe. Zack, schon war der Gründerzuschuss nicht mehr machbar. Immerhin habe ich einen Gutschein bekommen um eine professionelle Schulung, ein Gründerseminar zu besuchen. Es gibt von der Agentur für Arbeit zertifizierte Anbieter, ich hatte das Glück jemanden zu finden der mir individuelle Einzelschulungen gegeben hat. Gemeinsam haben wir ausgearbeitet was genau ich machen muss, um in meiner Branche Fuß zu fassen.

Vor allem aber habe ich in diesem Seminar gelernt wie man seine Buchführung effizient gestaltet, wie man Kundenkarteien anlegt und pflegt, wie man sich mit Versicherungen einigt.

Versicherungen, ein wichtiges Stichwort! Du brauchst im Wesentlichen drei Versicherungen: Krankenversicherung, Rentenversicherung, Betriebs-Haftpflicht. Sofern du dich zunächst im Nebengewerbe selbstständig machst und noch sozialversicherungspflichtig beschäftigt bist, brauchst du dich um Kranken- und Rentenversicherung nicht kümmern, das ist abgedeckt. Eine Betriebs-Haftpflicht solltest Du in jedem Falle abschließen! Du glaubst gar nicht, wie leicht Du in Fallen läufst, wenn Du selbstständig bist. Du bist für alles verantwortlich, das im Rahmen deiner selbstständigen Tätigkeit abläuft. Je nach gewählter Geschäftsform (bei den meisten Menschen sind es Einzelunternehmen mit persönlicher Haftung) kann schon eine Produktauskunft oder ein nicht gehaltenes Werbeversprechen zu einer Anfechtung durch den Kunden führen. Dafür ist die Haftpflicht da solange du nicht vorsätzlich etwas Falsches getan hast. Schöner Nebeneffekt ist, das die Betriebs-Haftpflicht sehr oft auch private Risiken mit abdeckt.

Rentenversicherung ist ein wichtiges Thema, willst du nicht später feststellen müssen das es Lücken in deinem Renten-Lebenslauf gibt. Am besten gehst Du offen auf den Leistungsträger zu (Adressen und Telefonnummern findest Du im Internet), vereinbarst einen Beratungstermin. In meinem Falle hat es dazu geführt das ich seinerzeit mit dem Regelbeitrag für gesetzlich Versicherte weitergemacht habe, das ist aber individuell verschieden. Bei mir hat es sich angeboten die gesetzliche Lösung weiterzuführen, da ich bereits über 30 Jahre Beiträge gezahlt hatte. Mein Anfangssatz lag bei rund 170 € im Monat. Diese Kosten unbedingt einplanen!

Krankenkassen haben, sofern Du glaubhaft machen kannst ein geringes Einkommen zu haben, spezielle Gründertarife. Diese kannst du für jeweils 12 Monate erhalten und musst deine Firmenbilanz in Form deiner jeweils letzten Einkommensteuererklärung nachweisen. In meinem Fall bezahlte ich zu Beginn weniger als 180 € pro Monat, der Regelbeitrag wäre 380 € gewesen. Auch diese Kosten müssen in deine monatliche Kalkulation!

Finanzamt, ja, das gute Finanzamt. Es erhält automatisch Kenntnis von deiner Gewerbeanmeldung und es folgen einige Formulare. Diese Formulare unbedingt ernst nehmen und mit viel Sorgfalt ausfüllen denn davon hängt in den Folgejahren viel Geld ab! Beispielsweise hängt von deinen Auskünften ab, ob du eine Umsatzsteuer-ID erhältst was dich zum Vorsteuerabzug der Mehrwertsteuer berechtigt. Das hört sich erst einmal gut an, heißt aber nur das Du die Mehrwertsteuer direkt mit dem Finanzamt verrechnest.

Handelsregister ist ein ebenso wichtiges Thema! Je nach Branche gibt es diverse Träger, mach dich am besten im Internet schlau, welcher Träger für Deine Branche zuständig ist, im Zweifelsfall hilft dir auch hier die Agentur für Arbeit oder das Finanzamt weiter.

Kleinunternehmer, dies solltest Du bei deiner Gewerbeanmeldung bevorzugen, wenn du nicht sicher bist von Anfang an riesige Erträge zu haben. Mit dieser Regelung hast du einen Freibetrag von derzeit etwa 17.000 € pro Jahr der Steuer-begünstigend wirkt und vor allem deine Einkommensteuererklärung zu Anfang erleichtert. Sobald du diesen Betrag übersteigst, ist eine Quartals-gebundene Vorsteuer-Leistung an das Finanzamt zu leisten. Lästig aber so ist die Gesetzgebung bei uns.

Start-up! Endlich kann es losgehen! Dennoch:

Hilfe wirst du brauchen! Aber woher nehmen? Hilfe bei der Buchführung, Hilfe bei der Umsetzung von organisatorischen Dingen, Hilfe im Umgang mit Social Media, Hilfe, Hilfe, Hilfe…

Beratung und Hilfestellung gibt es zum Glück im Internet. Oft findest Du auf Portalen wie http://machdudas.de oder http://fiverr.com für kleines Geld fachkundige Hilfe. Das hilft dir dich auf das zu konzentrieren, was du am besten kannst. Dein Geschäft!

Ich hoffe, dir hilft dieser Beitrag, wenn auch mit vielen Ausrufungszeichen versehen weiter. Es ist nicht meine Absicht dich von deinem Plan abzubringen, ganz im Gegenteil! Gerne stehe ich dir auch persönlich mit meinem Wissen und meiner Erfahrung zur Verfügung, insbesondere wenn es bei dir ebenfalls um Lifestyle, Gesundheit, Fitness und Gewicht geht.

Uwe Lewens, geb. 31.10.1965 in Köln, wohnt in Himmelpforten bei Stade (Niedersachsen). Mit 49 Jahren aus der Grauzone entflohen und ins Networking aufgestiegen von dem ich vorher eine sehr negative Meinung hatte. Gelernter Chemielaborant, Fernstudium zum Chemotechniker in 1997 erfolgreich abgeschlossen. Bis 2003 bei UNILEVER in verschiedenen Positionen in der QS, Anwendungstechnik und Produktentwicklung tätig. Dann 3 Jahre als Betriebsleiter bei BüFa GmbH in Oldenburg verantwortlich für Produktion, Abfüllung, Lager und Versand. Nach einem Abstecher in den Vertrieb von Wirbelschichttrocknungsanlagen für die Anwendung in Lebensmitteln und Pharmazeutika und als Projektingenieur für Tabakaufbereitungsanlagen Wechsel zu INTRALOX, (global Player im Bereich modularer Kunststofftransportketten). Bis 2014 Account Manager DACH für die Milch verarbeitende Industrie. 2015 Gründung der "Uwe Lewens Networking B2C 5.0" als freier Handelsvertreter. Die "5.0" steht für den Anspruch das Networking auf einer neuen Ebene auszuüben, fernab jeder Abzocke-Mentalität so manch anderer Anbieter, mit sorgfältig ausgesuchten Handelspartnern, sehr guten Produkten und einem vernünftigen Preis-/Leistungsverhältnis. Verheiratet seit 2009 mit Gaby, Sohn Tjark kam mit in die Family, Tochter Lene vervollständigt seit Ende 2011 das Familienpaket.

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